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Beuys: Was ist mit der gestauten Zeit, was ist nun mit der Zeit ? Was ist der Druck der Zeit?

Aktualisiert: 28. Sept. 2021

Das BEUYS-FENSTER vom 7. bis 21. März 2021

Was klingt wie ein Kommentar zur Pandemie steht im Notizbuch von Joseph Beuys, geschrieben vor 40 Jahren.


2021 ist das Joseph-Beuys-Jahr: 100 Jahre wäre der Künstler dieses Jahr geworden. Zu seinen Ehren sind viele Veranstaltungen geplant, Museen und Kunstorte zeigen seine Arbeiten.

Joseph Beuys  (1921–1986) hat als Zeichner, Bildhauer, Lehrer, Politiker, Aktivist, Aktions- und Installationskünstler die Kunst des 20. Jahrhunderts grundlegenverändert.

Dabei dachte Joseph Beuys, der bei Ewald Mataré in Düsseldorf Bildhauerei studierte, über den engen Bereich der Kunst hinaus,  denn zu seiner Kunst gehört der Mensch dazu und mit dem erweiterten Kunstbegriff wirkte er stärker in die Gesellschaft, als je ein Künstler vor ihm.

Beuys sieht seine Aufgabe als Künstler nicht primär darin, Zeichnungen und Skulpturen zu verbreiten, sondern Ideen und diese Ideen sind heute genau richtig : Beuys hat die Kunst zum Leben geöffnet. 


"Jeder Mensch ist ein Künstler.

Jeder Mensch hat künstlerisches Potential

sein Leben ist das Kunstwerk "


"Damit sage ich nichts über die Qualität. Ich sage nur etwas über die prinzipielle Möglichkeit, die in jedem Menschen vorliegt (…) Das Schöpferische erkläre ich als das Künstlerische, und das ist mein Kunstbegriff….aber nur wenige Menschen sind Berufskünstler."


„Kunst ist nicht zum Verstehen da. Unter Verstehen verstehen die Leute sofort, den Zusammenhang begreifen [...] Aber das ist nicht die Aufgabe der Kunst. Kunst hat noch einen anderen, einen quasi- religiösen Charakter, weil sie ja doch noch auf tiefere Lebenszusammenhänge aufmerksam machen will.“


Seine in den Aktionen vollzogene Handlungen entzogen sich deshalb oftmals einem rationalen Denken .


Einem rationalen Denken entzieht sich auch die Zeit nach seinem Absturz.

Für den jungen Beuys der mit schwerer Kopfverletzung nach 10 Tage in fremder Umgebung erwachte, verschwanden Raum, Zeit und Menschen zu Schemen. Erschienen ihm Hilfsgeister, Tataren in Fieberträumen ?

Das war 1944 im 2.Weltkrieg und Beuys Bordfunker in der abgeschossenen Stuka.

Heute gibt es keinen einzigen Grund ein Nazi zu sein, damals gab es wenig Chancen dem Nationalsozialismus zu entkommen. 



Ich stelle ein paar seiner Gedanken und Titel in meinem Kunstprojekt  BOHDE-FENSTER vor, sowie eine große Zeichnung von Johannes Stüttgen, seinem engsten Mitarbeiter, die anlässlich seines Referates im Art Cafe über Begriffe von Beuys, 2008 entstanden ist.

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